Über uns

Selbstverständnis der Initiative „Postkolonialer Stadtrundgang Flensburg

***english version below***

Unsere Vision

Wir wünschen uns eine Zukunft, die ein gutes Leben für Alle ermöglicht; eine Zukunft, in der Rassismus und andere strukturelle Diskriminierungen nicht mehr bestimmen, ob und mit welchen Anstrengungen und Hürden Du etwas in der Welt machen kannst. Um diesem Ziel näher zu kommen, machen wir gegenwärtige Ungleichheiten und Diskriminierungen sowie ihre Entstehung und Verankerung in der Vergangenheit sichtbar. Das bis dato bestehende Ungleichgewicht und der alltägliche Rassismus sind eng mit der Kolonialgeschichte verknüpft.
Daher sehen wir die Aufarbeitung und Anerkennung der Kolonialzeit in einer globalen sowie lokalen Geschichte als zentralen Schritt, um eine gerechte(re) Gegenwart zu gestalten. Damit nehmen wir eine „post-koloniale“ Sichtweise ein.

In Flensburg gibt es einiges zu tun

Die Geschichtserzählungen, die uns in Flensburg im öffentlichen Raum begegnen, werden der Kolonialvergangenheit nicht gerecht: Sie sind geprägt von der Erzählung tüchtiger Kauf- und Seeleute, die den Reichtum der Stadt begründeten. Dieses Selbstbild der Stadt möchten wir in Frage stellen und grundlegend verändern: Das Fundament des Reichtums und der heutigen Infrastruktur der Stadt war die Ausbeutung der dänischen Kolonien in der Karibik, auf denen aus Westafrika versklavte Menschen unter mörderischen Bedingungen Zuckerrohr und andere in Europa begehrte Kolonialwaren anbauten. Sie erst ermöglichten den Profit. Flensburger Kauf- und Seeleute brachten die Waren nach Europa, versorgten die Kolonien mit Nahrungsmitteln, Kleidung und Baustoffen und waren mit Geld und Personal am Versklavungshandel beteiligt. Dies war Grundlage für die hiesige Entwicklung und den Aufschwung der Wirtschaft. Oftmals ausgeblendet oder relativiert wird in der Geschichtsschreibung der Widerstand versklavter Menschen, ebenso wie die Perspektiven Schwarzer Menschen auf die Geschichte.

Stadtrundgänge als Ansatzpunkt

Wir wollen diese Erzählung so nicht akzeptieren! In unseren Stadtrundgängen durch Flensburg machen wir diese Verbindungen an konkreten Orten sichtbar; Verbindungen zwischen Flensburg, Dänemark, Westafrika und der Karibik genauso wie die Verbindungen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. So wollen wir mit den Teilnehmenden ins Gespräch kommen, zum Nachdenken anregen, selbst lernen und die Flensburger Stadterzählung über die Kolonialzeit verrücken. Darüber hinaus sind wir im Netzwerk Flensburg-Postkolonial mit anderen Akteur*innen, die in Flensburg zu diesem Thema arbeiten, vernetzt. Wir arbeiten stets daran, eine verständliche Sprache zu entwickeln und freuen uns über Rückmeldungen. In der Zusammenarbeit sind uns trotz der ernsten Themen Spaß an der Sache, der Bezug zur Gruppe, Verbindlichkeit und ein respektvoller, selbstkritischer Umgang wichtig. Wenn du Lust hast mitzuwirken, schreib uns gern! Hier findest du unseren Kontakt.

Self-conception of the initiative „Postcolonial City Walk Flensburg”

Our Vision

We wish for a future that makes a good life possible for all; a future in which racism and other structural discriminations no longer determine if and with which efforts and hurdles you can do something in the world. To get closer to this goal, we make present inequalities and discriminations visible, as well as their origin and anchoring in the past. The inequality and everyday racism that has existed until now is closely linked to colonial history. Therefore, we see the reappraisal and recognition of the colonial period in a global as well as local history as a central step to shape a just(r) present. Thus we take a „post-colonial“ point of view.

In Flensburg there is a lot to do

The historical narratives that we encounter in Flensburg’s public space do not do justice to the colonial past: they are shaped by the narrative of capable merchants and sailors who founded the city’s wealth. We want to question and fundamentally change this self-image of the city: The foundation of the city’s wealth and current infrastructure was the exploitation of the Danish colonies in the Caribbean, where people enslaved from West Africa grew sugar cane and other colonial goods coveted in Europe under murderous conditions. It was they who made the profit possible in the first place. Flensburg merchants and sailors brought the goods to Europe, supplied the colonies with food, clothing and building materials, and were involved in the enslavement trade with money and personnel. This was the basis for the local development and the upswing of the economy. The resistance of enslaved people is often ignored or relativized in historiography, as are the perspectives of Black people on history.

City tours as a starting point

We do not want to accept this narrative! In our city walks through Flensburg we make these
connections visible at concrete places; connections between Flensburg, Denmark, West Africa and the Caribbean as well as the connections between the past and the present. In this way, we want to engage participants in conversation, provoke reflection, learn for ourselves, and dislocate the Flensburg city narrative about the colonial era. In addition, we are networked in the Flensburg Postcolonial Network with other actors working on this topic in Flensburg. We are always working on developing a comprehensible language and welcome feedback. In spite of the serious topics, fun in the matter, the connection to the group, commitment and a respectful, self-critical handling are important to us in the cooperation. If you would like to participate, please write to us! Here you can find our contact.

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